Das Azubi-Projekt 2010 "Tafeln für die Tafel" war ein voller Erfolg - 5.500 Euro für den Tafelladen

Fast konnte man meinen, dass sich ganz Mosbach am Sonntag auf dem Marktplatz für die Tafel zum Mittagessen einfand. Das stimmte natürlich nicht, aber immerhin waren es wesentlich mehr Menschen als die Veranstalter, die Bürgerstiftung für die Region Mosbach und das Deutsche Rote Kreuz Mosbach, erwartet hatten. Ein wenig mag das auch am guten Wetter gelegen haben. Jedenfalls waren gegen 13 Uhr bereits 700 Maultaschen, 30 kg Pommes Frites, 150 Würstchen und 100 Steaks verkauft. 

 

Die Volksbank Mosbach, Stifter von Speis und Trank, hatte jedoch keinerlei Probleme, für reibungslosen Nachschub zu sorgen. Denn auch daran hatten die rund 20 Auszubildenden der Volksbank gedacht, die das Azubi- Projekt „Tafeln für die Tafel“ in den vergangenen zwei Monaten geplant und organisiert haben. Und als Joy Fleming mit ihrer rauchigen Stimme von den Mosbachern frenetisch gefeiert wurde, gab es auf dem Marktplatz nur noch Stehplätze. Spontan entschloss sich die inzwischen 65 Lenze zählende Sängerin, die humorvoll mit ihrem Alter kokettiert, vom Verkauf ihrer mitgebrachten CDs fünf Euro je Scheibe für den guten Zweck zu spenden. Auch den Auftritt der erfahrenen Entertainerin haben Sponsoren ermöglicht. Und

deshalb kommt jeder Cent dieses Benefiz- Essens der Anschaffung eines 30 000 Euro teuren Kühlwagens für den Mosbacher Tafelladen zugute.

 

Obwohl manche es vielleicht lieber verdrängen, stößt diese Einkaufsmöglichkeit für Bedürftige auf große Resonanz. Immerhin, so wusste Klaus Saffenreuther, Vorsitzender der Bürgerstiftung und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mosbach, gebe es hier im Raum Mosbach rund Tausend Anspruchsberechtigte, die die europäische Norm im Armutsbereich erfüllen. Mehrheitlich sind es Familien. Und deshalb erhöhe sich der Kreis der vom Tafelladen Profitierenden auf etwa 3 000 Personen. 

 

Danach sprach Gerhard Lauth, zweiter Vorsitzender des DRK Mosbach, über die Notwendigkeit dieser Fahrzeuganschaffung. So müsse die Kühlkette beim Transport der Waren nicht unterbrochen werden. Der Mosbacher Tafelladen ist für die Betriebe, die ihm Waren zukommen lassen, ein seriöser Ansprechpartner. Allerdings kann er beispielsweise nicht zehn oder 20 Paletten Joghurt aufnehmen, hätte aber künftig die Möglichkeit, die überschüssige Menge mit seinem neuen Kühlfahrzeug sogleich bei einem kooperierenden Tafelladen abzuliefern. 

 

Der Oberbürgermeister a. D. forderte die Besucherinnen und Besucher zugleich auf, nicht nur Maultaschen vor Ort zu verzehren, sondern auch gegen eine Spende mitzunehmen. Schließlich seien die etwas „Schwäbisches“ und deshalb vielseitig verwendbar, beispielsweise am nächsten Tag mit einem „verklepperten“ Ei in der Pfanne gebacken. 

 

Das Ergebnis des großen Benefiz- Essens kann sich sehen lassen: Stolze 5 500 Euro zählten die Veranstalter nach Ende der gelungenen Aktion in der Kasse. Das ist noch kein Kühlwagen, aber allemal ein vielversprechender Anfang…

 

 

                                                                                                Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung

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